Meine Stadt Lahnstein

Ich möchte hier besonders Herrn Willi Eisenbarth danken, dem ehemaligen Stadtarchivar von Lahnstein, der mir in einem persönlichen Gespräch und mit seinem „Stadtführer Lahnstein“ (Eisenbarth, Willi: Historische Stätten und Sehenswürdigkeiten in Lahnstein: ein Lahnsteiner Stadtführer / von Willi Eisenbarth. - Lahnstein : Stadtverwaltung, 1993. - 212 S. : Ill., Kt.) eine wertvolle Hilfe war. Mehr interessante Informationen über Willi Eisenbarth finden Sie HIER

Lahnstein am Rhein...

......die kleine Stadt am Mittelrhein, die seit 2002 zum Weltkulturerbe gehört (Zitat: Am Donnerstag, dem 27. Juni 2002 fiel in Budapest die Entscheidung! Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 26. Sitzung das Mittelrheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz zum Weltkulturerbe erklärt).

Dieser, rund 65 Kilometer lange Abschnitt des Oberen Mittelrheintals, ist eine Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit. In der Vergangenheit oft Grenze, dann wieder die Kulturen verbindend, ist diese Region in die Geschichte des Abendlandes eingebettet. Baudenkmäler von größer Bedeutung sind hier, wie wohl in keiner anderen europäischen Kulturlandschaft erhalten geblieben.
Städte wie Bacharach, Boppard und Oberwesel weisen eine Vielzahl von Kunstschätzen auf. Maler, Literaten und Musiker aus vielen Ländern haben das Rheintal besucht, und sich vom ihm für ihre Werke inspirieren lassen.

Lahnstein, die Stadt in der ich geboren wurde, meine ersten Schritte getan habe, in der ich heranwuchs vom Mädchen zur Frau und in die es mich nach Aufenthalten in Köln, Nürnberg, Nassau/Lahn, Istanbul und Mayen 2001 wieder verschlagen hat, so irgendwie ist es eben doch Heimat, mag der Rest der Welt auch noch so schön und faszinierend sein.

Ich möchte Ihnen hier ein wenig diesen schönen Ort näher bringen, der einiges an kleinen und größeren Sehenswürdigkeiten in und um Lahnstein zu bieten hat.

Lahnstein liegt genau an der Mündung der Lahn in den Rhein und trennt die Stadtteile Niederlahnstein (Die Stadt Niederlahnstein erhielt erstmals 1332 die Stadtrechte) und Oberlahnstein (1324 verleiht Kaiser Ludwig der Bayer Oberlahnstein die Stadtrechte). 1969 wurden Nieder- und Oberlahnstein zu Lahnstein zusammengelegt. Na ja das ist so ein Kapitel für sich. Seit ewig sind die Ober- und die Niederlahnsteiner „verfeindet“, und bis heute besteht dieser „Streit“ zwischen den Heinze (Oberlahnstein) und den Baare(schesser) (Niederlahnstein) und es können dafür 2 Gründe vorhanden gewesen sein, die sich bis heute auswirken.

A) Oberlahnstein hat früher zum Kurfürstentum Mainz gehört und Niederlahnstein zum Kurfürstentum Trier. Es gab bis zum Jahre 1870, als die erste Brücke über die Lahn gebaut wurde, keine andere Verbindung zwischen den Städten als eine Fähre. Somit zählte die andere Stadt wohl in den Augen der Bürger zum „Ausland“.

B) Die Bedeutung des Wortes „Heinze“ kommt daher, dass der Zuchtbulle der beiden Städte den Namen „Heinz“ trug und sein Zuhause in Oberlahnstein hatte. Wo heute das Altenheim an der alten Stadtmauer liegt war früher der Stall des Zuchtbullen und das gesamte heutige Hafengebiet war „seine“ Wiese. Man brachte die Kuh also nicht zum Bullen sondern zum „Heinz“ woraus sich dann der Name für die Oberlahnsteiner ergab, die Heinze eben.

Mit der Bedeutung des Wortes „Baare(schesser)“ ist es schon ein wenig schwieriger bestellt, kein Wunder es bezieht sich ja auch auf Niederlahnstein, da es hier 2 Versionen gibt, die diese Betitulierung erklären können.

1. In Niederlahnstein gab es wenig Quellwasser und um das Wasser nicht zu verschmutzen machten die Niederlahnsteiner in die Baare (Nachttopf). Woraus sich dann Baareschesser (Scheisser) ergab.

2. Früher war die Lahn noch nicht so befestigt wie sie es heute ist und es bildete sich an der Lahnmündung oft eine Sandbank die man „Barre“ nannte, abgeleitet von dem französischen Wort „Barriere“, also so gesehen ein Verschluss der Lahnmündung über die man trockenen Fußes Oberlahnstein erreichen konnte

Die Niederlahnsteiner selbst scheinen die erste Version zu bevorzugen und haben diese Erklärung auch auf den Sockel der Figur des „Baareschessers“ geschrieben die in Niederlahnstein am Lahnufer zu bewundern ist.

Ich stelle Ihnen nun hier und auf den folgenden Seiten einige der Sehenswürdigkeiten von Lahnstein vor. Vielleicht ist es ja eine kleine Anregung für einen Wochenendtripp da Lahnstein und Umgebung doch eine Menge zu bieten hat.
Lahnstein ist auch das Tor zum romantischen Lahntal und hier beginnt auch der „Lahntal Rad- und Wanderweg“ der bis Obernhof durchgehend ausgebaut ist und ständig weiter ausgebaut wird. Er führt z.B. an Bad Ems vorbei, das zum Verweilen einlädt und vielleicht zur Besichtigung der dortigen Sehenswürdigkeiten wie z.B.:
Kurhaus, Kursaal, Haus zu den 4 Türmen, Römerquelle, Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Ev. Pfarrkirche St. Martin, Neue kath. Kirche St. Martin, Kapelle auf dem Spieß, Mainzerhaus, Russische Kirche St. Alexandra usw.
Weitere Möglichkeiten die Freizeit zu nutzen findet man auf 2 Minigolfplätzen, einer neuen Reitanlage, im Tenniscenter mit Hallen- und Freiplätzen oder auf einer der zahlreichen Kegelbahnen.

Auch ein Wald mit ca.400 km Wanderwegen gehört zur Stadt Lahnstein. In diesem Wald befinden sich etwa 100 keltische Hügelgräber der Hallstattzeit (1200 – 400 vor Christi ). Sie haben meist einen Durchmesser von 10-15 m und eine Höhe von 1.20 m und sind bei aufmerksamer Beobachtung im Gelände zu finden. Die Hügelgräber wurden von Prof. Dr. R. Bodewig erforscht und untersucht. Die Fundstücke sind im Heimatmuseum im Hexenturm zu besichtigen.
Dieser Wald ist ein Teil des Naturparks Nassau. Rehe, Rot- und Schwarzwild und zahlreiche, auch seltene Vogelarten, kann man hier sehen. Besonders zu empfehlen ist im Lahnsteiner Wald ein Besuch des alten Forsthauses.

Vielleicht sollte man auch an einem warmen Tag den Besuch der „Ruppertsklamm“ ins Auge fassen. Sie liegt in einer wildromantischen Felsenschlucht in einem kleinen Seitental der Lahn und ist ca. 2 km lang. In jedem Jahr hat diese Klamm Tausende von Besuchern zu verbuchen.

Seinen Gästen hat Lahnstein freundliche und gut ausgestattete Familienhotels und Pensionen zu bieten, ein Komforthotel auf dem Kurzentrum auf dem Berg und viele kleine Ferienwohnungen und Appartements. Eine reichhaltige Auswahl der Unterkünfte finden Sie unter dem Link : http://www.marktplatz-rhein-lahn.de/rheinlahn/tourist2.htm

Wer gerne campen geht findet in Lahnstein vier herrlich gelegene Campingplätze an der Lahn oder direkt neben dem Freibad an der Burg Lahneck.

Für das leiblich Wohl sorgen zahlreiche Speiselokale, von der einfachen Gaststätte mit rustikaler Küche bis zum Gourmetrestaurant mit Stern.
Gibt es etwas Größeres zu feiern bietet sich das Restaurant in der Stadthalle an wo man sich kulturell verwöhnen lassen kann und einen schönen Blick hat auf den Hexenturm, die alte Stadtmauer und den Marktplatz.

Wer sich für Geschichte interessiert, wird in Lahnstein voll auf seine Kosten kommen. An der Lahnmündung hatten bereits die Römer am Anfang des vorigen Jahrtausends eine Befestigung errichtet, die mit dem Limes verbunden war. Dieser ´Burgus´ gab übrigens der Stadt Lahnstein ihren Namen.
Von der Oberlahnsteiner Stadtbefestigung stehen heute noch zahlreiche Türme und Mauerreste. Im Stadtteil Niederlahnstein zeugen einige Märkerhöfe noch aus vergangenen Jahrhunderten.

Lahnstein bietet 182 Sehenswürdigkeiten und historische Stätten.
6 historische Gebäude stehen unter internationalem Denkmalschutz nach Artikel 1 der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut vom 14.05.1954.
Dieses sind : Burg Lahneck, Martinsschloss, Salhof, Johanniskirche, Dietkirchner Hof, altes Rathaus.

Auf den folgenden Seiten möchte ich Ihnen einige dieser Stätten ein wenig vorstellen und vielleicht zu einem Besuch animieren.

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